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Waschmittel selbst herstellen

Um sich sein eigenes Waschmittel herzustellen, benötigt man lediglich Kernseife und etwas Soda. Das stellt eine einfache und preiswerte Alternative zu gekauften Waschmitteln dar und die Wäsche wird mindestens genauso sauber.

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Achtung: Dieses Waschmittel ist nicht für Wolle oder Seide geeignet.

Man kann sich entweder ein Waschpulver oder ein Flüssigwaschmittel herstellen. Ich bevorzuge Pulver, weil das in der Handhabung einfacher ist. Dafür zerkleinert man einfach ein Stück Kernseife mittels einer Küchenreibe.

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Je feiner das dabei entstehende Pulver, desto schneller löst es sich auch in der Maschine. Dann gibt man einfach nochmal die gleiche Menge Soda hinzu – fertig ist das eigene Waschpulver, das man anschliessend in einen verschliessbaren Behälter füllen kann. Leere Gurkengläser etwa sind dafür prima geeignet. Ausserdem kann man sie darin bequem durchschütteln und so die beiden Zutaten vermischen, ohne dass man den Staub dabei einatmet.
Zum Waschen reichen dann 2..4 Teelöffel zu jeder Wäsche, abhängig natürlich von Menge, Verschmutzungsgrad und der Wasserhärte.

Obwohl Soda den Kalk aus dem Wasser ausfällt und damit schon das Wasser enthärtet, kann man bei hartem Wasser ruhig noch einen zusätzlichen Enthärter hinzugeben. Die bekommt man im Supermarkt für wenig Geld, meist handelt es sich dabei um Pulver mit Zeolith. Das (oder andere Enthärter) ist auch in gekauften Waschmittel enthalten.

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Um ein Flüssigwaschmittel herzustellen, geht man im Prinzip genauso vor: Man gibt die geriebene Seife in heisses Wasser und rührt so lange, bis sie sich komplett aufgelöst hat, anschliessend kommt die Soda hinzu. Allerdings verdickt die Seifenlauge nach dem Erkalten wieder etwas und man muss eventuell mit Wasser nachverdünnen. Die richtige Konsistenz zu finden bedarf also einigen Ausprobierens und das Endprodukt sollte man vor Gebrauch dann immer nochmals durchschütteln. Daher bevorzuge ich das Waschmittel eher in Pulverform.

Ein halbes Kilo Soda kostet ungefähr 99 Cent, drei Stück Kernseife bekommt man ebenfalls unter einem Euro. Somit kann man für weniger als 2 Euro einen erheblichen Vorrat an Waschmittel herstellen, das entspricht nicht einmal einem Zehntel dessen, was man sonst dafür berappen muss.
Dabei steht die Waschleistung gekauften Produkten kaum nach, kommt dabei mit nur 2 überschaubaren Inhaltsstoffen aus und ist m.E. als „umweltverträglich“ zu bezeichnen.

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Nachdem ich nun das zweite Jahr mit dem selbstgemachten Waschpulver wasche, bin ich super zufrieden damit: Die Wäsche wird absolut sauber und es müffelt auch nichts mehr. Das Problem hatte ich zuvor nämlich gelegentlich mit gekauften Waschmitteln, vor allem bei dunklen Synthetiksachen.

Wer dem Waschmittel einen Duft hinzufügen möchte, kann ein paar TL einer Duftseife dazureiben. Das sollte natürlich ebenfalls eine Kernseife sein, beispielsweise eine Marseiller Seife mit klassischem Lavendelduft oder etwas Vergleichbares.

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Was ist Soda überhaupt?

Soda ist ein echtes Multitalent für Reinigungszwecke, das man in jeder Drogerie oder gut sortierten Supermärkten kaufen kann. Für gewöhnlich findet man sie dort im Waschmittelregal.
Ein halbes Kilo kostet ungefähr 99 Cent und somit ist sie nicht nur ausserordentlich günstig, sondern auch sehr ergiebig.

soda

Soda oder eigentlich Natriumcarbonat ist ein Salz der Kohlensäure und daher alkalisch. Für den Hausgebrauch ist sie meist in Pulverform erhältlich und in Wasser gelöst erhält man damit eine Lauge (das Gegenteil von Säure).
50g davon auf 1 Liter Wasser ergeben beispielsweise eine Lauge mit einem ph-Wert von ca. 11.5, das ist schon relativ hoch.
Für die meisten Anwendungszwecke reicht weniger als die Hälfte dieser Menge jedoch schon völlig aus, eine Dosierempfehlung für verschiedene Anwendungszwecke findet man für gewöhnlich auf der Verpackung.

Wie alle Laugen ist auch Sodalauge ein ausgezeichneter Fettlöser, durch den hohen ph-Wert lassen sich ebenfalls unangenehme Gerüche, Bakterien, Schimmel und im Aussenbereich Algen, Flechten, Grünbelag, Moose oder Unkraut beseitigen.

Weitere Anwendungszwecke neben dem hier erwähnten Küchenreiniger sind das Reinigen von Holz (Schneidbrettchen), Entfettung von Dunstabzugshauben, Entfernung von Nikotin (auch vergilbte Gardinen), Reinigung von stinkenden Abflüssen oder Waschmaschinen, Wasserenthärtung, Wäschebleiche oder generell als Waschmittelzusatz.
Bei Problemen mit müffelnder Wäsche sollte man erst einmal Soda ausprobieren, bevor man zu teuren Hygienespülern oder Waschmaschinenreinigern greift. Meist lagern sich auf der Wäsche bzw. schon in der Maschine selbst Fettfilme und Bakterien an, die man mit Soda ausgezeichnet bekämpfen kann. Auch Gerüche in Teppichen oder Polstermöbeln kann man mit etwas Sodalösung und einer Sprühflasche entfernen.

Nach Möglichkeit sollte man Soda in warmem oder heissem Wasser verwenden, dort löst sie sich besser und wirkt auch besser. Bei der Entfernung von hartnäckigen Belägen wie z.B. auf Teesieben, Thermoskannen oder eingebranntem Fett in Backblechen gibt man ihr am besten etwas Zeit und lässt sie mindestens über Nacht einwirken.

Das war nur eine Aufzählung der Dinge, für die ich selbst erfolgreich Soda verwende. Damit ersetzt sie mir schon mehr als ein Dutzend teure „Spezialmittel“. Im Internet findet man noch viele weitere Anwendungstipps, aber ich gebe nur das hier wieder, womit ich auch eigene Erfahrungen habe.

Früher wurde Soda auch zum Waschen verwendet, das ist mit dem Aufkommen moderner Waschmittel (und der entsprechenden Werbeberieselung) leider etwas in Vergessenheit geraten, eigentlich völlig zu Unrecht. Wie man sich sein eigenes Waschmittel mit Soda herstellt, könnt ihr hier nachlesen.

Verwechselungsgefahr

Leider wird Soda gerne mit Natron (Natriumhydrogencarbonat) verwechselt, was vor allem bei Laientipps im Internet oft zu Verwirrungen führt. Chemisch betrachtet sind sich die beiden zwar ähnlich, aber während Natron zum Verzehr geeignet ist, ist Soda ausschliesslich für Wasch- oder Reinigungszwecke zu benutzen.
Manchmal wird Natron auch noch als Speisesoda oder im englischen Sprachraum als Baking Soda bezeichnet, was die Sache auch nicht gerade einfacher macht. Hier ist mit Soda aber ausdrücklich Natriumcarbonat (Na2Co3) gemeint.

Es spielt übrigens keine Rolle, ob ein Hersteller sein Produkt als „Reine Soda“ oder als „Waschsoda“ bezeichnet, es handelt sich dabei um das gleiche Natriumcarbonat (calzinierte, wasserfreie Soda). Kristallsoda enthält hingegen noch gebundenes Wasser.

Weiterführende Links:

Achtung: Soda ist reizend, die Stäube sollte man besser nicht einatmen. Bei längerem Arbeiten mit Sodalauge sollte man Handschuhe tragen, um eine Entfettung der Hände bzw. der Haut zu vermeiden. Nicht auf unbehandeltem Holz oder Aluminium verwenden.

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Was ist Natron?

Natron ist ein Salz der Kohlensäure und ein uraltes Hausmittel, das im Laufe der Zeit unter vielen Namen geläufig wurde. Man kennt es z.B. auch als Kaiser-Natron, Bullrich-Salz, doppeltkohlensaures Natron oder unter der älteren Bezeichnung Natriumbicarbonat. Die richtige chemische Bezeichnung lautet jedoch Natriumhydrogencarbonat. Natron ist zum Verzehr geeignet, man kann damit kochen, backen usw.

Leider gibt es auch ziemlich viele Verwechselungen, da Natron mitunter als Speisesoda oder Baking Soda bezeichnet wird. Dennoch sollte man es keinesfalls mit Soda (Natriumcarbonat) verwechseln, die ist nämlich wesentlich stärker alkalisch und daher nicht zum Verzehr geeignet, sondern eher zum Waschen, Putzen oder Bleichen.

Noch viel weniger sollte man Natron mit Natronlauge (Natriumhydroxid) verwechseln, die eine stark ätzende Lauge und in den falschen Händen ziemlich gefährlich ist.

Um die Verwirrung komplett zu machen, gibt es im Internet viele Haushaltstipps, die sich auf Backpulver beziehen. Damit meinen die Leute oft unwissentlich einfach nur Natron, denn Natriumhydrogencarbonat ist der Hauptbestandteil vieler Backtriebmittel.

backpulver

Umgekehrt enthält nicht jedes Backpulver auch automatisch Natron, sondern beispielsweise Trockenhefe, und dann funktioniert natürlich auch der Tipp aus dem Internet nicht mehr.

Natürlich könnte man sich auch gleich reines Natriumhydrogencarbonat kaufen, damit lässt sich genausogut backen wie mit den winzigen Backpulvertütchen. Dazu muss aber eine säurehaltige Zutat im Rezept enthalten sein (im Backpulver ist das Säuerungsmittel schon enthalten).
In Deutschland bekommt man allerdings kaum etwas anderes ausser Kaiser-Natron oder Bullrich-Salz, leider zu entsprechenden Preisen. Dabei ist Natron eigentlich ein Cent-Artikel.

Im Internet lässt sich Natron dagegen weit günstiger erwerben. Eventuell sieht man auch irgendwo mal Produkte aus anderen Ländern im Regal, wie z.B. das amerikanische „Arm & Hammer Baking Soda“, das in meinem Asia-Shop nur EUR 1.75 kostet. 454 Gramm entsprechen einem amerikanischem Pfund.

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Der absolute Preisknüller ist mir aber in einem russischen Supermarkt begegnet, dort kosten 500 Gramm Natron nur 65 Cent. Der Laden heisst LEDO und gehört zu einer russischen Supermarktkette, vielleicht gibt es auch einen in eurer Nähe. Ein Aufkleber auf der Unterseite verrät, dass es sich wirklich um Natriumhydrogencarbonat handelt:

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Und wozu ist Natron denn nun gut?

Natron ist ein echtes Universalmittel, man kann es zum Kochen, Backen, Putzen oder für kosmetische oder medizinische Zwecke verwenden.
Eine der klassischen Anwendungen ist beispielsweise Sodbrennen: Natron ist leicht alkalisch und neutralisiert deshalb überschüssige Magensäure. Genausogut kann man es aber auch als Backtriebmittel verwenden, um Gerüche zu entfernen, als Deodorant usw.

Zum Putzen kann man es auf einen angefeuchteten Lappen geben oder es in Wasser lösen.  Das Internet ist wirklich voll von Tipps, was man mit Natron alles anstellen kann, googelt einfach mal danach oder klickt auf die untenstehenden Links.

Weiterführende Links

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Die Wahrheit über Keramikpfannen

Letztes Jahr habe ich mir 2 Keramikpfannen gekauft. Mann, was war ich begeistert: Da klebt nix an, da brennt nix fest, sogar Spiegeleier konnte ich ohne Öl anbraten und die Dinger flutschten dennoch einfach aus der Pfanne. Zum Reinigen einmal mit dem Küchenkrepp durch und alles war wieder sauber.

Die Ernüchterung

Wenige Monate später stellte sich die erste Ernüchterung ein. Trotz vorsichtigem Gebrauch und immer brav einen Holzschieber verwendet, fing plötzlich alles an, extrem in der Pfanne festzukleben. Dabei ist die Keramikbeschichtung laut Hersteller doch so unverwüstlich, dass man angeblich sogar mit dem Messer darin herumkratzen kann. Naja.
Die Beschichtung ist augenscheinlich nicht beschädigt, aber sie wirkt inzwischen stumpf und von dem anfänglichen Antihafteffekt, der mich zunächst so begeistert hat, ist überhaupt nichts mehr zu spüren. Ganz im Gegenteil: In der verkackten Pfanne brennt sofort alles fest, da kann man soviel Öl reinkippen wie man will. Man kriegt sie auch überhaupt nicht mehr richtig sauber, da klebt immer irgendwas hartnäckig am Boden fest.

Der Boden der Keramikpfanne heute: Da flutscht nix mehr

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Fazit

Keramikpfannen kann man sich sparen. Die funktionieren zwar genauso wie in der Werbung versprochen, aber eben nicht besonders lange. Mittlerweile habe ich die Pfannen zähneknirschend entsorgt und durch eine preiswerte Eisenpfanne ersetzt. Welche Erfahrungen ich damit gemacht habe, könnt ihr hier nachlesen.

Nachtrag

Auf meinem alten Blog (ich musste leider umziehen) habe ich etliche Resonanz auf diesen Beitrag bekommen und fühle mich dadurch bestätigt. Auch in einschlägigen Kochforen berichten viele Leute das Gleiche: Am Anfang sind Keramikpfannen top, aber schon nach kurzer Zeit Schrott.

Bei Erfahrungsberichten über Keramikpfannen sollte man im Internet generell vorsichtig sein: Viele Leute haben ihre Pfannen gerade erst gekauft und sind davon selbstverständlich erst einmal begeistert (und entsprechend mitteilungsfreudig), denn gleich zu Beginn ist ja noch alles toll.
Hier sollte man unbedingt darauf achten, ob jemand auch wirklich Langzeiterfahrung mit seiner Pfanne hat.
Ähnlich verhält sich das auch bei Produkttests, dort werden ebenfalls immer nur fabrikneue Pfannen getestet und was ein halbes Jahr später damit ist, interessiert dann anschliessend keinen der Tester mehr.

Natürlich gibt es auch noch die üblichen gefälschten Rezensionen oder Benutzer, die sich irgendwo neu anmelden und schon im ersten (und oft auch einzigen) Beitrag die Pfannen des Herstellers XY in den Himmel loben, aber diese Art der Schleichwerbung ist natürlich nicht nur bei Pfannen üblich.

Bitte hinterlasst euren Kommentar, welche Erfahrungen ihr selbst mit Keramikpfannen gemacht habt.

 

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Die gute alte Eisenpfanne… Oder: Mann, was war ich blöd!

Nach meinem Reinfall mit Keramikpfannen, bei denen schon nach kurzer Zeit die Beschichtung unbrauchbar wurde, habe ich mir eine günstige Eisenpfanne bei einem Discounter gekauft. Preis: Etwa 16 Euro.

Um es vorwegzunehmen: Mann, was war ich blöd! Da habe ich mir jahrzehntelang ständig teflon- oder keramikbeschichtete Pfannen gekauft, die über kurz oder lang alle kaputtgegangen sind. Hätte ich mir stattdessen gleich eine anständige Eisenpfanne gekauft, hätte ich wohl etliche hundert Euro gespart. Hier gibt es nämlich keine Fabrikbeschichtung, die kaputtgehen kann, bei richtiger Pflege wird eine Eisenpfanne unbegrenzt halten.

Auch die Brateigenschaften sind wesentlich besser als in allen anderen Pfannen, ich hatte nie zuvor so knusprige Bratkartoffeln, Steaks, Würstchen oder sogar Spiegeleier wie aus der Eisenpfanne. Das liegt daran, dass Eisen die Hitze besser leitet als andere Materialien und nicht ohne Grund verwenden Profi-Köche deshalb Eisenpfannen.

Im Gegensatz zu fabrikbeschichteten Pfannen muss man bei einer Eisenpfanne allerdings selbst für die „Beschichtung“ sorgen, man spricht dabei von einer Patina. Auf neuen Pfannen befindet sich lediglich eine Öl- oder Fettschicht, die dem Rostschutz bis zum Verkauf dient. Nach dem Kauf sollte man die erst einmal mit heissem Wasser und etwas Spülmittel entfernen. Man kann dabei auch zu Waschmittel oder Soda greifen.

Das Einbrennen

Vor dem ersten Gebrauch muss man die Pfanne einmalig einbrennen, das geht leider nicht ohne viel Rauch und Gestank ab. Bitte sorgt dabei für eine gute Durchlüftung der Küche und klemmt schon mal vorsorglich den Rauchmelder ab.

Die klassische Methode besteht darin, die Pfanne mit Öl, Salz und Kartoffeln (oder Kartoffelschalen) richtig heiss zu machen, bis die Kartoffeln fast schwarz sind. Die Pfanne wird dabei braun bis schwarz anlaufen, das ist die erwünschte Patina.

Ich empfehle, bei Youtube mal nach „Eisenpfanne einbrennen“ zu suchen, dort findet man wirklich gute Videos dazu.

Bei der zweiten Methode lässt man Salz und Kartoffeln weg und reibt die Pfanne mit einem Stück Küchenkrepp ganz dünn mit einem Ölfilm ein. Dann mit der Öffnung nach unten bei>250° C im Backofen erhitzen, bis das Öl eingebrannt ist. Den Ölauftrag wiederholt man dann noch 2..3 mal, genauso dünn.
Im Prinzip ist das die gleiche Methode, mit der man z.B. auch einen Carbonstahl-Wok einbrennt, nur nimmt man dort natürlich einen Gasbrenner und wischt den heissen Wok direkt mit Öl aus.

Das richtige Öl

Das richtige Öl ist so eine Art Glaubensfrage, aber tatsächlich eignet sich Leinöl am besten, denn das polymerisiert und ergibt eine glasartige Oberfläche.
Wer sich jetzt nicht extra dafür Leinöl kaufen möchte, kann natürlich auch andere Öle wie Sonnenblumenöl, Rapsöl usw. verwenden, damit kann man seine Pfanne ebenfalls erfolgreich einbrennen. Der Rest ergibt sich dann sowieso beim normalen Gebrauch der Pfanne, man muss da keine Wissenschaft draus machen.
Was vom Leinöl übrigbleibt, trinkt man einfach nach und nach aus. Leinöl ist nämlich die beste Quelle für ungesättigte Fettsäuren, allein schon deshalb lohnt sich der Kauf.

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Eine gut eingebratene Eisenpfanne:

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Es macht überhaupt nichts, wenn die Pfanne nach dem Einbrennen nicht gleich perfekt aussieht, die Patina bildet sich schliesslich auch im Lauf des Gebrauchs aus. Das Bild entstand nach ungefähr 2 Wochen Benutzung.

Das Reinigen der Pfanne

Zu einer Eisenpfanne gehört auch unbedingt ein Pfannenwender aus Metall. Der dient nicht nur zum Wenden des Bratguts, sondern auch zum Sauberhalten des Pfannenbodens. Mit einem Wender aus Holz oder Kunststoff geht das nur schlecht, er sollte wirklich aus Metall sein. Am besten funktioniert das, wenn der Wender vorne gerade ist (rechts) und nicht abgerundet (links).

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So lassen sich Anhaftungen zuverlässig vom Pfannenboden entfernen. Dabei braucht man keine Angst vor Kratzern zu haben – was für Fabrikbeschichtungen der sichere Tod wäre, ist bei einer Eisenpfanne überhaupt kein Problem.

Wenn der Boden dank Pfannenwender sauber ist, kann man die noch warme Pfanne einfach mit einem Küchenkrepp durchwischen und dabei das verbliebene Öl verteilen, fertig. Mehr ist nicht nötig.
Das Auswaschen mit Spülmittel ist überflüssig, aber falls es dennoch einmal sein muss, sollte man sie gleich anschliessend trocknen und wieder einölen, damit nichts rostet. Man sollte eine Eisenpfanne aber niemals in die Spülmaschine geben.

Gerichte mit Tomatensosse sollte man übrigens vermeiden, die Säure in der Tomatensosse kann die Patina angreifen. Mir ist das aus Unwissenheit einmal passiert (wer ahnt auch schon, dass Tomatensosse derart aggressiv sein kann?)
Aber war ja kein Problem, einfach mal wieder Bratkartoffeln gemacht und alles war wieder gut.

Eisenpfannen funktionieren übrigens auch auf Induktionskochfeldern (besser als alles andere) und sind damit auch für moderne Küchen ideal geeignet.
Bitte achtet beim Kauf einer Pfanne darauf, dass der Boden nicht grösser als eure Herdplatte ist, da er sich sonst verziehen kann.

Achtung: Wenn man eine Pfanne übermässig erhitzt, wie das beim Einbrennen der Fall ist, kann auch mal das Fett anfangen zu brennen. Das löscht man selbstverständlich nicht mit Wasser (Fettexplosion!), sondern man deckt einfach die Pfanne ab, um das Feuer zu ersticken. Gut ist, wenn man einen passenden Metalldeckel oder ein nasses Küchenhandtuch schon bereitliegen hat.

Verbrauchtes Küchenkrepp mit Leinöl kann sich unter Umständen selbst entzünden, bitte auf angemessene Entsorgung achten. Mehr darüber auf Wikipedia

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Dauerkerze selbermachen

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Wer öfter Wachsreste übrig hat, kann diese zu neuen Kerzen verarbeiten oder sie einfach in eine brennende Kerze geben und sie mit einschmelzen lassen. Mit herkömmlichen Kerzen geht das aber nur schlecht, weil diese zu wenig Hitze entwickeln und auch der Docht irgendwann runterbrennt.
Für ein paar Euro kann man sich jedoch eine Kerze mit Dauerdocht selber machen. Alles was man dazu benötigt, ist ein feuerfestes Gefäß, ein Stück Kupferrohr und etwas Glaswolle, wie z.B. Reste aus einer Dachdämmung. Glasfaserdochte gehen natürlich auch, sofern man welche hat.

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Dazu kürzt man einfach ein Stück Kupferrohr (hier 10mm) auf etwa 5..6cm ab, sägt dieses am unteren Ende etwa 2cm ein und biegt die so entstandenen Streifen nach aussen, um für einen festen Stand zu sorgen. Kupfer verwende ich deshalb, weil es eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit besitzt. Natürlich kann man sich auch andere Konstruktionen als Standfuss einfallen lassen. Am besten ist natürlich, wenn der Fuss genau ins Gefäss passt und nicht darin herumrutschen kann, sobald das Wachs einmal flüssig ist.

Die Glaswolle schiebt man dann locker durch das Kupferrohr und lässt sie oben etwas herausstehen. Lieber erstmal etwas länger als zuwenig, kürzen kann man später immer noch. Ein sauberes Flammbild ohne Rußentwicklung ergibt sich bei etwa 2..3mm Länge.

Sobald der Brenner einmal von flüssigem Wachs umgeben ist, wird es durch die Kapillarwirkung von unten nach oben transportiert. Wer mag, kann auch Löcher hineinbohren oder einen Schlitz hineinfräsen, damit das Wachs auch seitlich einfliessen kann. Das erleichtert auf jeden Fall das Anzünden.

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Kerze anzünden

Der Anzündvorgang gestaltet sich leider etwas komplizierter als bei einer normalen Kerze. Zunächst einmal muss man dafür sorgen, dass sich der Docht mit Wachs vollsaugen kann. Das kann man dadurch erreichen, indem man Wachs im Gefäss erhitzt und den Brenner darin versenkt. Oder man zündet ihn an und gibt einfach so lange Wachs hinzu, bis genug davon geschmolzen ist.

Hat sich der Docht erst einmal vollgesaugt, wird das Anzünden später etwas einfacher. Man muss allerdings schon 10..20 Sekunden lang Feuer dran halten, damit der Glaswolldocht zu brennen beginnt. Bis genug Hitze entsteht, damit der Wachskreislauf in Gang kommt, muss man zwischendurch eventuell ein paar Wachsreste auf den Docht nachgeben. Wer ohnehin zum Spieltrieb mit Kerzen neigt, hat das sicher schnell raus.

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Nach spätestes 10..15 Minuten sollte das Kupferrohr jedenfalls ausreichend Wärme nach unten transportieren, damit genug Wachs schmelzen und nachfliessen kann. Nach einer Stunde sollte bereits so viel Wachs verflüssigt sein, so dass jetzt man seine Kerzenreste nachwerfen kann.

Die Glaswolle verbrennt dabei übrigens nicht, sie setzt sich mit der Zeit höchstens mit Ruß zu. Sollte das der Fall sein, kann man sie einfach gegen ein neues Stück Glaswolle austauschen. Am einfachsten geht das, indem man sich gleich 2 Brenner baut und diese einfach austauscht, solange das Wachs flüssig ist. Dazu nimmt man einfach mit einer Zange den alten Brenner raus und setzt den neuen ein. Während der alte Brenner noch warm ist, kann man die Glaswolle leicht daraus entfernen und eine neue einsetzen.

Bitte achtet darauf, dass das Gefäss auch geeignet ist. Eine Schmelzkerze wird heisser als üblich (soll sie ja auch).
Und wie bei allen Kerzen gilt: Niemals unbeaufsichtigt brennen lassen!

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Jetflame-Feuerzeug reinigen

Mein geliebtes Jetflame-Feuerzeug hat nach ca. 2 Jahren plötzlich aufgehört, zu funktionieren. Die Flamme zündete einfach nicht mehr und selbst bei Starthilfe mit einem anderen Feuerzeug entsprach die Flamme nicht mehr einer Jetflame, sondern eher der eines normalen Feuerzeugs.

Obwohl es sich um ein Billigfeuerzeug handelt, kam Wegwerfen überhaupt nicht in Frage, da es ein Geschenk war und einen gewissen sentimentalen Wert für mich hat. Nach einiger Suche im Web scheint es wohl daran zu liegen, dass der Brenner verunreinigt ist, möglicherweise auch durch das verwendete Gas: Manche Feuerzeuggase können wohl Fette und anderes Zeugs enthalten, die den Brenner zusetzen. Jetflame-Feuerzeuge scheinen in dieser Hinsicht besonders empfindlich zu sein.

Was ich im Web jedoch nicht gefunden habe, ist, wie man den Brenner am besten wieder reinigt. Ich habe das Feuerzeug daher mal mit dem Brennerteil nach unten in ein Glas mit heissem (nicht kochendem) Wasser gestellt und eine halbe Tablette Gebissreiniger dazugegeben. Den benutze ich auch gelegentlich zur Reinigung meines Teesiebs oder den Heizwendeln von E-Zigaretten, die werden damit wieder wie neu.
Nach dem Abkühlen habe ich das Feuerzeug dann unter fliessendem Wasser abgespült und trocknen lassen. Siehe da, am nächsten Tag funktionierte es wieder absolut perfekt.

Nach der Behandlung: Feuerzeug zündet jedesmal wieder und auch die Flamme ist wieder so, wie sie sein soll

Jetflame-Feuerzeug

Ich kann nicht garantieren, dass das bei jedem Jetflame-Feuerzeug funktioniert, das den Dienst verweigert, aber falls es am verschmutzten Brenner liegt, ist es sicherlich einen Versuch wert.

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Taschenmesser Mercator K55K „Katze“

Auf der Suche nach einem neuen und zuverlässigen Taschenmesser bin ich auf einen mir bisher unbekannten deutschen Klassiker gestossen: Das Mercator K55K, auch bekannt als „Katze“ oder „Black Cat Knife“.
Der Name rührt von der springenden Katze her, die als Logo zusammen mit „K55K“ in den Griff gestanzt ist:

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Das Messer ist sehr einfach aufgebaut und wird seit 1867 nahezu unverändert hergestellt. Der Griff besteht lediglich aus einem Stück gebogenen Metall, was das Messer sehr leicht und schmal und dennoch sehr robust macht. Trotz des schmalen Griffs liegt das Messer aber recht gut in der Hand.
Die Klinge arretiert nach dem Öffnen automatisch mit einem satten „Klack“. Zum Schliessen drückt man mit dem Daumen auf den Verschluss auf der Rückseite, wobei man etwas Kraft aufwenden muss. Ein versehentliches Schliessen während des Gebrauchs ist somit kaum möglich.
Vermutlich war das K55K eines der ersten Messer mit Backlock (Lockback?) überhaupt. Auf jeden Fall aber ist es eines der am längsten produzierten Serienmesser, die ich kenne.

Im geschlossenen Zustand ruht die Spitze der Klinge auf einem Stück Kunststoff auf, was einige als Kritikpunkt sehen, aber genau so wird das Messer nun mal seit über 140 Jahren hergestellt (wobei das Endstück früher natürlich nicht aus Kunststoff war, sondern meines Wissens aus Holz). Jedenfalls scheint das dem Messer nicht weiter zu schaden.
Die ca. 90mm lange und flache Klinge hat einen sehr hohen Nutzwert, z.B. zum Zubereiten von Essen, was bei heutigen Messern mit manch bescheuerten Klingenformen oder sinnlosen Sägeschliff-Ansätzen leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Hier im Grössenvergleich mit einem anderen Klassiker:

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Daneben sieht das Schweizer Messer fast wie ein Spielzeug aus. Trotz der grossen Klinge ist das Messer durch die einfache Bauform sehr kompakt und leicht (ca. 75 Gramm) und passt in jede Tasche. Der Griff ist schwarz beschichtet und das Logo auf der Seite mit Goldfarbe ausgemalt, die aber leider nicht lange hält.

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Während des ersten und zweiten Weltkriegs war das Messer bei deutschen Soldaten sehr beliebt und nach Kriegsende brachten es amerikanische Soldaten dann mit nach Hause, wo es ebenfalls schnell Freunde fand.
Wer mehr über die Geschichte des K55K und die Bedeutung der Buchstabenkombination wissen möchte, dem empfehle ich das Video von Stefan Schmalhaus.
In diesem Video kann man sehen, wie das K55K heute noch bei der Firma Otter-Messer in Solingen gefertigt wird.

Fazit: Das Mercator hat nicht nur eine lange Tradition, sondern ist auch ein leichtes und robustes Alltagsmesser. Wer sich ebenfalls diesen deutschen Klassiker zulegen möchte, dem bleibt nur noch eine letzte Frage:

Carbonstahl oder rostfrei?

Das K55K gibt es in 2 Grundausführungen. Einmal die klassische Carbonstahlklinge (C75-Stahl) und in Stainless (1.4034-Stahl).
Carbonstahl kann und wird mit der Zeit anlaufen bzw. irgendwann auch rosten, wenn man ihn nicht richtig pflegt. Dafür lässt sich Carbonstahl aber besser schärfen und das Messer entwickelt durch die Patina mit der Zeit einen eigenen Charakter. Kenner werden daher wohl Carbonstahl bevorzugen.
Wer viel draussen unterwegs ist, wo es feucht zugeht, gerne Essen zubereitet oder sich ganz einfach nicht grossartig um das Messer kümmern möchte, sollte eher zum rostträgen 1.4034-Stahl greifen.

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