Wok kaufen – worauf achten?

Wok-Gerichte sind schnell zubereitet und schmecken lecker. Wer das aus dem Asien-Urlaub oder auch vom China-Imbiss um die Ecke kennt, spielt vielleicht mit dem Gedanken, sich selbst einen Wok zuzulegen. Da gibt es aber leider ein grundsätzliches Problem: Das Kochen mit dem Wok ist absolut nicht für unsere Elektroherde geeignet. Dabei geht es überhaupt nicht um die Frage, ob ein Wok einen flachen oder runden Boden hat, sondern dass ein Elektroherd einfach nicht die notwendige Hitze dafür liefern kann.

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Die Kochtechnik mit dem Wok nennt man „Stir-Fry“ oder auch „Pfannenrühren“. Dabei wird das Gargut unter sehr grosser Hitze im Wok ständig gewendet und dadurch ist ein typisches Wok-Gericht in wenigen Minuten fertig. Die dafür notwendige Temperatur kann nur Gas liefern. Selbst Induktionskochfelder rangieren nur am unteren Leistungsspektrum dessen, was für Stir-Fry nötig ist.

Falls ihr also einen Elektroherd habt, könnt ihr euch den Kauf eines Woks sparen, es bringt nichts. Wirklich. Stir-Fry ist damit nicht möglich und das ist eigentlich der einzige Grund, weshalb man sich einen Wok zulegt. Auf einem Elektroherd braten, dünsten oder garen könnt ihr in jeder anderen Pfanne auch, bedingt durch die Bauform vermutlich sogar noch besser.

Natürlich bieten die Hersteller trotzdem Woks für Elektroherde oder Kermikkochfelder an, aber das ist völliger Blödsinn, bitte fallt nicht darauf herein.
Darüber hinaus sind diese für westliche Küchen gedachten „Sehen-aus-wie-Woks“ nicht selten auch mit Teflon oder anderen Materialien beschichtet, die sich beim echten Stir-Fry glatt in Rauch auflösen würden. Teure Woks aus Edelstahl bereiten dagegen andere Probleme, denn an diesem Material klebt Fleisch sofort fest und das wars dann mit dem Pfannenrühren.

Ein echter Wok besteht dagegen aus Carbonstahl oder Gusseisen. Bei der Wahl zwischen diesen beiden Materialien würde ich Carbonstahl empfehlen, nicht nur des Preises wegen. Einen einfachen Carbonstahlwok bekommt man schon für ca. 15..20 Euro und was man hier einspart, kann man in einen ordentlichen Gaskocher investieren.

Gusseisenwoks sind zwar ebenfalls geeignet, materialbedingt aber immer dicker und schwerer und sie haben auch einen grösseren Temperaturverzug als ein einfacher Blech- bzw. Carbonstahlwok. Es dauert weit länger, bis ein Gusseisenwok die erforderliche Hitze erreicht hat, dafür hält er sie aber auch konstanter. Das kann man als Vor- oder Nachteil sehen, denn manchmal möchte man die Hitze ja auch schnell wieder wegnehmen können. Ausserdem kann man einen Gusseisenwok schlecht mit nur einer Hand schwenken. Gusseisen ist schwer, das macht man selbst als gestandener Mann nicht so einfach aus dem Handgelenk. Aus diesem Grund sind Gusseisenwoks auch eher mit 2 gegenüberliegenden Handgriffen ausgestattet statt mit nur einem Stiel.

Meine Empfehlung lautet daher: Der billige Blech- bzw Carbonstahlwok zum kleinen Preis. Dafür mindestens ein portables Gas- oder zur Not auch ein portables Induktionkochsfeld dazukaufen. Man kann einen Wok einfach nicht sinnvoll auf einem Ceran- oder Elektrofeld betreiben, es geht einfach nicht. Das hat auch überhaupt nichts mit Meinung zu tun, sondern mit Physik.

Natürlich muss man Carbonstahlwoks genau wie Eisenpfannen einmalig einbrennen. Dazu erhitzt man den Wok über der Gasflamme, bis das Material blau anläuft. Sobald sich der Wok überall blau verfärbt hat, beginnt der eigentliche Einbrennvorgang. Dazu gibt man etwas Öl in den heissen Wok und reibt ihn mit einem Küchenkrepp durch. Aufgrund der enormen Hitze empfiehlt es sich, das ölige Küchenkrepp dabei mit einer Grillzange o.ä. festzuhalten. Der Carbonstahl wird sich dabei allmählich schwarz verfärben, das ist die erwünschte Patina bzw. „Antihaftbeschichtung“. Dann könnt ihr mit dem Wok loslegen.

Warum schreibe ich das?

In den letzten Jahren tauchen immer mehr Webseiten im Internet auf, die Küchengeräte oder andere Produkte „testen“ und Kaufempfehlungen aussprechen. Dabei handelt es sich um nichts weiter als um Afiliate-Marketing, d.h. diese Webseiten und angeblichen Produkttests sind nur Linkfänger, die dann auf das empfohlene Produkt bei Amazon weiterlinken. Von dort gibt es nämlich eine Provision, sobald der weitergeleitete Besucher etwas kauft, das nennt sich „Amazon-Partnerprogramm“. Die Betreiber dieser Webseiten haben oftmals keinerlei Ahnung von Woks oder den sonstigen Küchengeräten, die sie da angeblich testen, sondern sind nur an den Weiterleitungen bzw. der Vergütung dafür interessiert.

Ich hingegen verdiene keinen Cent an meinem Blog. Oft sitze ich etliche Stunden an einem Beitrag, an dem ich nix verdiene (f**k, warum mache ich das eigentlich nochmal? Vielleicht sollte ich mich stattdessen lieber beim Amazon-Partnerprogramm anmelden und Provisionen für falsche Empfehlungen einstreichen). Die Werbung, die hier auftaucht, stammt allein von meinem Blogbetreiber WordPress, der mir im Gegenzug dafür eine kostenlose Plattform für mein Geschreibsel bietet.

Wenn ihr echte Informationen über Woks und das Kochen damit haben wollt, empfehle ich das Forum des Grillsportvereins, Wok-Abteilung. Tolle Bilder dort übrigens, es besteht allerdings die Gefahr, dass man schon beim Ansehen hungrig wird. 😉

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Schmierseife, warum brauch ich das?

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Schmierseife? Igitt!
Das ist doch irgendwas von Oma und voll eklig klingt das auch noch.

Stimmt, Schmierseife kennt man schon seit Jahrhunderten und der Name mutet vielleicht wirklich etwas altbacken an. Vermutlich bezeichnen die Hersteller ihre Produkte auch deshalb lieber als „Goldseife“ oder „Grüne Seife“, das klingt doch gleich viel besser und irgendwie auch voll öko.
Ich werde aber im Folgenden bei der Bezeichnung “Schmierseife” bleiben, denn das ist einfach der korrekte Begriff und sobald man weiss, was dahinter steckt, ist daran auch nichts Ekliges.

Bei der Seifenherstellung werden Fette durch Laugen verseift. Während „normale“ Seifen mit Natronlauge hergestellt werden und und daher als feste Seife ausfallen, so werden Schmierseifen mit Kalilauge gemacht und bleiben flüssig bis pastös, das war wohl auch der Grund für die Namensgebung. Auf jeden Fall aber ist Schmierseife ein bewährtes Putzmittel für fast das gesamte Haus und kann darüber hinaus noch etliches mehr.

Zum Putzen gibt man einfach etwas Schmierseife in einen Eimer Wasser – und das ist wohl der einzige Punkt, an dem feste Schmierseifen einen Nachteil haben – sie lösen sich eher träge. Daher ist es hilfreich, warmes Wasser zu verwenden.

Es gibt aber auch flüssige Schmierseifen, die sich selbst in kaltem Wasser sofort lösen. Welche Produktform man nun bevorzugt ist wohl eher eine Frage des Geschmacks oder der Bequemlichkeit, ich persönlich bevorzuge jedenfalls klassische Schmierseifen und mag auch den typischen Geruch.

Tipp: Beim Ansetzen des Wischwassers zuerst etwas Soda in das warme Wasser geben und einmal umrühren. Das fällt den Kalk aus und das Wasser wird weicher. Auch wird dadurch zusätzlich die Alkalität erhöht, was besonders bei Fettverschmutzungen interessant ist. Danach gibt man die Schmierseife dazu.

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Flüssige Schmierseife

Einmal im Putzeimer kann man damit fast alle Böden und Oberflächen im Haus wischen, bei entsprechend niedriger Verdünnung sogar Fenster. Man kann sich aber auch etwas Schmierseife mit Wasser in eine leere Sprühflasche füllen und hat so den Reiniger immer gleich zur Hand. Übrigens kann man das auch prima mit dem selbstgemachten Soda-Reiniger kombinieren.

Schmierseifen enthalten in der Regel zusätzlich Glycerin und hinterlassen dadurch auf den gereinigten Oberflächen einen leichten Film, den man auch als „Schutzfilm“ bezeichnen könnte. Den spürt und fühlt man zwar nicht (da ist nichts „Schmieriges“) aber man kann beobachten, dass beispielsweise Wasser für einige Zeit anders abperlt oder Oberflächen schöner glänzen. Darum wischt man auch heute noch gerne Steinböden mit Schmierseife.
Laminat oder Linoleum sollte man hingegen besser nicht damit reinigen, das könnte Streifen hinterlassen oder sogar das Material schädigen. Linoleum beispielsweise ist ein Produkt auf Leinölbasis und daher nicht geeignet für alkalische Reinigungsmittel.

Gelegentlich wird behauptet, dass Schmierseife pH-neutral sei, aber das stimmt so nicht. Tatsächlich werden viele Schmierseifen nachträglich noch alkalisch eingestellt, was aber grundsätzlich eine wünschenswerte Eigenschaft ist. Alkalische Reiniger lösen Fett sehr gut und sind auch gegen Bakterien, Algen, Schimmel, Pilze usw. wirksam. Daher sind alkalische Schmierseifen auch ein gutes Mittel, um Terrassen zu reinigen, Grünbelag zu entfernen oder sonstige Flächen hygienisch zu säubern.

Aus diesem Grund nutzt man sogenannte „grüne Seifen“ auch gerne in Piercing- oder Tätowierstudios, um die Haut vorzubereiten und Infektionen vorzubeugen.
Schmierseife gilt ohnehin bei Verletzungen, Nagelbettentzündungen und vielen anderen Wehwehchen als Hausmittel und die meisten Pflanzenfreunde wissen sowieso, dass man damit Blattläuse und andere Plagen bekämpfen kann. Vermutlich hat der eine oder andere genau aus diesem Grund sogar schon Schmierseife zuhause und ist noch gar nicht auf die Idee gekommen, dass man damit auch putzen kann.

Wozu braucht man nun also Schmierseife?

Tatsächlich braucht man sie nicht wirklich, denn Reiniger auf Tensidbasis decken heute auch fast alles ab, was es zu putzen gibt. Dennoch ist Schmierseife eine gute und bewährte Alternative für alle, die keine Reiniger mit uneinsehbaren, bedenklichen oder gar allergieauslösenden Inhaltsstoffen mehr verwenden möchten.
Zudem ist sie wirklich fast universell im Haushalt einsetzbar, gilt als biologisch sehr gut abbaubar und nicht zuletzt ist sie auch noch günstig. Ein Kilo Schmierseife kostet bei mir im Einzelhandel €2.75, damit kommt man schon ziemlich weit.

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