Dauerkerze selbermachen

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Wer öfter Wachsreste übrig hat, kann diese zu neuen Kerzen verarbeiten oder sie einfach in eine brennende Kerze geben und sie mit einschmelzen lassen. Mit herkömmlichen Kerzen geht das aber nur schlecht, weil diese zu wenig Hitze entwickeln und auch der Docht irgendwann runterbrennt.
Für ein paar Euro kann man sich jedoch eine Kerze mit Dauerdocht selber machen. Alles was man dazu benötigt, ist ein feuerfestes Gefäß, ein Stück Kupferrohr und etwas Glaswolle, wie z.B. Reste aus einer Dachdämmung. Glasfaserdochte gehen natürlich auch, sofern man welche hat.

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Dazu kürzt man einfach ein Stück Kupferrohr (hier 10mm) auf etwa 5..6cm ab, sägt dieses am unteren Ende etwa 2cm ein und biegt die so entstandenen Streifen nach aussen, um für einen festen Stand zu sorgen. Kupfer verwende ich deshalb, weil es eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit besitzt. Natürlich kann man sich auch andere Konstruktionen als Standfuss einfallen lassen. Am besten ist natürlich, wenn der Fuss genau ins Gefäss passt und nicht darin herumrutschen kann, sobald das Wachs einmal flüssig ist.

Die Glaswolle schiebt man dann locker durch das Kupferrohr und lässt sie oben etwas herausstehen. Lieber erstmal etwas länger als zuwenig, kürzen kann man später immer noch. Ein sauberes Flammbild ohne Rußentwicklung ergibt sich bei etwa 2..3mm Länge.

Sobald der Brenner einmal von flüssigem Wachs umgeben ist, wird es durch die Kapillarwirkung von unten nach oben transportiert. Wer mag, kann auch Löcher hineinbohren oder einen Schlitz hineinfräsen, damit das Wachs auch seitlich einfliessen kann. Das erleichtert auf jeden Fall das Anzünden.

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Kerze anzünden

Der Anzündvorgang gestaltet sich leider etwas komplizierter als bei einer normalen Kerze. Zunächst einmal muss man dafür sorgen, dass sich der Docht mit Wachs vollsaugen kann. Das kann man dadurch erreichen, indem man Wachs im Gefäss erhitzt und den Brenner darin versenkt. Oder man zündet ihn an und gibt einfach so lange Wachs hinzu, bis genug davon geschmolzen ist.

Hat sich der Docht erst einmal vollgesaugt, wird das Anzünden später etwas einfacher. Man muss allerdings schon 10..20 Sekunden lang Feuer dran halten, damit der Glaswolldocht zu brennen beginnt. Bis genug Hitze entsteht, damit der Wachskreislauf in Gang kommt, muss man zwischendurch eventuell ein paar Wachsreste auf den Docht nachgeben. Wer ohnehin zum Spieltrieb mit Kerzen neigt, hat das sicher schnell raus.

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Nach spätestes 10..15 Minuten sollte das Kupferrohr jedenfalls ausreichend Wärme nach unten transportieren, damit genug Wachs schmelzen und nachfliessen kann. Nach einer Stunde sollte bereits so viel Wachs verflüssigt sein, so dass jetzt man seine Kerzenreste nachwerfen kann.

Die Glaswolle verbrennt dabei übrigens nicht, sie setzt sich mit der Zeit höchstens mit Ruß zu. Sollte das der Fall sein, kann man sie einfach gegen ein neues Stück Glaswolle austauschen. Am einfachsten geht das, indem man sich gleich 2 Brenner baut und diese einfach austauscht, solange das Wachs flüssig ist. Dazu nimmt man einfach mit einer Zange den alten Brenner raus und setzt den neuen ein. Während der alte Brenner noch warm ist, kann man die Glaswolle leicht daraus entfernen und eine neue einsetzen.

Bitte achtet darauf, dass das Gefäss auch geeignet ist. Eine Schmelzkerze wird heisser als üblich (soll sie ja auch).
Und wie bei allen Kerzen gilt: Niemals unbeaufsichtigt brennen lassen!

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